März-Filmübersicht Do Fr Sa So Mo Di Mi
Taboo - Gohatto (Rollenwechsel)
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Punk in London
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Punk in London (Regisseur Wolfgang Büld ist am 25.03. anwesend!)
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Lovesick: Sick Love (Regisseur Wolfgang Büld ist am 25.03. anwesend!)
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Don't Torture A Duckling
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März-Programm (02.03. - 30.03.)
Do 03.03.
bis
Mo 07.03.

21.15 Uhr


Gohatto Bild 6

Gohatto Bild 1

Gohatto Bild 3

Gohatto Bild 2
Rollenwechsel präsentiert:

Taboo - Gohatto
(OmU) JAP/F/GB 1999, 100 Min., R.: Nagisa Oshima, D.: Takeshi Kitano, Ryuhei Matsuda

Kyoto, Frühling 1865. Während das Tokugawa-Shogunat und die mit ihm verbundene reaktionäre japanische Gesellschaftsordnung mit immer stärker werdenden Angriffen konfrontiert wird, bewirbt sich der 18jährige Samurai Sozaburo Kano (Ryuhei Matsuda) um die Aufnahme in die Shinsen-Gumi-Miliz, die vom Shogun zur Bekämpfung der inneren Feinde eingesetzt wird. Bei der Aufnahmeprüfung fällt Kano nicht nur wegen seines kämpferischen Könnens, sondern vor allem wegen seiner außergewöhnlichen Schönheit auf, welche die anderen Mitglieder der Truppe zugleich fasziniert und irritiert. Kein Mitglied der Miliz kann sich Kanos Bann entziehen, weder der junge Rekrut Hyozo Tashiro (Tadanobu Asano), der zusammen mit ihm aufgenommen worden ist und der ihm öffentlich den Hof macht, noch die beiden erfahrenen Kommandanten Isami Kondo (Yoichi Sai) und Toshizo Hijikata (Takeshi Kitano). Kano selbst ist sich zwar seiner Wirkung auf die andern Männer bewusst, zeigt jedoch keine Gefühle und scheint im Samuraiberuf aufgehen. Trotz seines jungenhaften Aussehens hat er keine Probleme mit dem Soldatenleben und exekutiert breitwillig einen Kameraden, der gegen die äußerst strengen Regeln der Miliz verstoßen hat, um danach traditionsgemäß den Kopf des Erschlagenen seinen Vorgesetzten zu präsentieren. Mit der Zeit beginnen immer mehr und mehr Krieger, um Kanos Gunst zu werben, was schließlich zu einem völligen Zusammenbruch der militärischen Disziplin führt. Als dann auch noch ein Mitglied der Miliz unter mysteriösen Umständen stirbt, ist das Chaos perfekt.
Mit "Gohatto" hat Nagisa Oshima ("Im Reich der Sinne", "Merry Christmas Mr. Lawrence") ein weiteres Mal bewiesen, dass er nicht zu Unrecht immer noch zu den führenden japanischen Regisseuren gehört. In seinem Film, der auf Erzählungen des Schriftstellers Ryotaro Shiba basiert, konfrontiert Oshima die Welt der Samurai, die gleichsam den Höhepunkt altjapanischer Männlichkeit darstellt, mit den Zwiespältigkeiten der männlichen Sexualität, die auch den härtesten Krieger dazu bringen kann, wegen eines Bishounen, eines schönen Jungen, den Kopf zu verlieren. Getragen wird der Film von den überzeugenden schauspielerischen Leistungen der Hauptdarsteller. Neben Ryhuei Matsuda, der in "Gohatto" zum ersten Mal vor der Kamera stand, ist hier vor allem der Filmveteran Takeshi Kitano zu nennen, dessen Darstellung des äußerlich ruhigen, innerlich zerrissenen Hijikatas dem Zuschauer im Gedächtnis bleibt.
Entscheidend für die Wirkung des Films sind aber auch die optisch perfekt gestalteten Szenenbilder, welche die starken homoerotischen Elemente der Handlung zusätzlich betonen, und nicht zuletzt die Filmmusik von Ryuichi Sakamoto, der eine Kombination von traditionellen japanischen Harmonien und modernen Klängen geschaffen hat, welche die letztlich tragische Geschichte des schönen Kanos hervorragend untermalen.

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Mo 21.03.
bis
Do 24.03.

21.15 Uhr

und

Fr 25.03.

20.30 Uhr


Punk in London Plakat
Regisseur Wolfgang Büld ist am 25.03. anwesend!

Punk in London
D 1978, 111 Min., R.: Wolfgang Büld

Wolfgang Büld hat vermutlich die ungewöhnlichste Filmographie aller deutschen Regisseure. 1952 in Lüdenscheid geboren, begann er seine Regie-Karriere 1978 mit einer viel gelobten und aufsehenerregenden Dokumentation über die englische Punk-Szene: „Punk in London“. In diesem Film spiegelten sich auch Bülds persönliche Interessen: Themen aus dem Underground, weit entfernt vom Mainstream. Es war freilich schwer für solche Projekte Geld zu bekommen und erst recht, Geld damit zu verdienen. Mit Streifen wie „Punk and its Aftershocks“ oder „Women in Rock“ beschäftigte sich Büld zwar noch ein paar mal mit dem Thema Punk. Schließlich hatte er aber den verständlichen Wunsch von seiner Regie-Tätigkeit auch leben zu können.
Durch Produktionen wie „Gib Gas, ich will Spaß“ mit Nena und Markus, einer sehr profitablen Kino-Vermarktung der 1983 längst zum seichten Neonschlager mutierten „Neuen deutschen Welle“, oder „Manta, Manta“, der die damalige Manta-Witz-Welle aufgriff, wurde Wolfgang Büld einer der erfolgreichsten deutschen Kommerz-Regisseure. Zu dieser Zeit drehte er auch den Spielfilm zur erfolgreichen Videoclip-TV-Sendung „Formel 1“ („Formel 1- Der Film“), die zur Zeit im Fernsehen ein quotenstarkes Revival erlebt. Schließlich hatte Büld aber die Nase vom Planschen in sehr seichten Kinogewässern voll und kehrte wieder zu seinen anti-kommerziellen Wurzeln zurück. Sein satirischer Schocker „Penetration Angst“ sorgte 2003 wohl für eine der größten Überraschungen des Jahres. Erzählt wird die mehr als bizarre Geschichte einer menschenfressenden Vagina (!). Ein bewußt geschmackloser, aber durchaus ambitionierter Film. Bülds aktueller Streifen „Lovesick“ schlägt in eine ähnliche Kerbe, ist aber dramaturgisch und psychologisch wesentlich ausgereifter. Die Lust an der Provokation paart sich hier hervorragend mit einer sehr packenden und durchdachten Geschichte. Im Mittelpunkt steht die koks-abhängige Julia, die unter ihrem schwer neurotischen Chef O’Ryan leidet. Durch einen Zufall bekommt sie heraus, dass O’Ryan ein äußerst gefährlicher Psychopath ist. Anstatt die Polizei zu informieren, versucht sie ihn zu erpressen. Ein schwerer Fehler...
Das Kommkino ist der Meinung, dass es höchste Zeit ist, diesen ungewöhnlichen Regisseur eingehend zu würdigen. Aus diesem Anlass zeigen wir seine beiden wohl interessantesten Werke: Das Regie-Debüt „Punk in London“, längst ein Klassiker der Musik-Dokumentation und sicher nicht nur für Punk-Fans ein Muß. Und natürlich den brandaktuellen „Lovesick“, dem von Underground- und Splatter-Experten bereits höchstes Lob zuteil wurde. Am 25.3. wird Wolfgang Büld persönlich anwesend und gleich beide Filme an einem Abend zu sehen sein. Büld gilt als sehr redseliger und unterhaltsamer Mensch. Er wird sicher viele Anekdoten und Infos zum Besten geben.

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Fr 25.03.

22.30 Uhr

und

Sa 26.03.

bis
Di 29.03.

21.15 Uhr


Love Sick Bild2
Regisseur Wolfgang Büld ist am 25.03. anwesend!

Lovesick: Sick Love
UK 2004, R.: Wolfgang Büld, D.: Fiona Horsey, Paul Conway

Wolfgang Büld hat vermutlich die ungewöhnlichste Filmographie aller deutschen Regisseure. 1952 in Lüdenscheid geboren, begann er seine Regie-Karriere 1978 mit einer viel gelobten und aufsehenerregenden Dokumentation über die englische Punk-Szene: „Punk in London“. In diesem Film spiegelten sich auch Bülds persönliche Interessen: Themen aus dem Underground, weit entfernt vom Mainstream. Es war freilich schwer für solche Projekte Geld zu bekommen und erst recht, Geld damit zu verdienen. Mit Streifen wie „Punk and its Aftershocks“ oder „Women in Rock“ beschäftigte sich Büld zwar noch ein paar mal mit dem Thema Punk. Schließlich hatte er aber den verständlichen Wunsch von seiner Regie-Tätigkeit auch leben zu können.
Durch Produktionen wie „Gib Gas, ich will Spaß“ mit Nena und Markus, einer sehr profitablen Kino-Vermarktung der 1983 längst zum seichten Neonschlager mutierten „Neuen deutschen Welle“, oder „Manta, Manta“, der die damalige Manta-Witz-Welle aufgriff, wurde Wolfgang Büld einer der erfolgreichsten deutschen Kommerz-Regisseure. Zu dieser Zeit drehte er auch den Spielfilm zur erfolgreichen Videoclip-TV-Sendung „Formel 1“ („Formel 1- Der Film“), die zur Zeit im Fernsehen ein quotenstarkes Revival erlebt. Schließlich hatte Büld aber die Nase vom Planschen in sehr seichten Kinogewässern voll und kehrte wieder zu seinen anti-kommerziellen Wurzeln zurück. Sein satirischer Schocker „Penetration Angst“ sorgte 2003 wohl für eine der größten Überraschungen des Jahres. Erzählt wird die mehr als bizarre Geschichte einer menschenfressenden Vagina (!). Ein bewußt geschmackloser, aber durchaus ambitionierter Film. Bülds aktueller Streifen „Lovesick“ schlägt in eine ähnliche Kerbe, ist aber dramaturgisch und psychologisch wesentlich ausgereifter. Die Lust an der Provokation paart sich hier hervorragend mit einer sehr packenden und durchdachten Geschichte. Im Mittelpunkt steht die koks-abhängige Julia, die unter ihrem schwer neurotischen Chef O’Ryan leidet. Durch einen Zufall bekommt sie heraus, dass O’Ryan ein äußerst gefährlicher Psychopath ist. Anstatt die Polizei zu informieren, versucht sie ihn zu erpressen. Ein schwerer Fehler...
Das Kommkino ist der Meinung, dass es höchste Zeit ist, diesen ungewöhnlichen Regisseur eingehend zu würdigen. Aus diesem Anlass zeigen wir seine beiden wohl interessantesten Werke: Das Regie-Debüt „Punk in London“, längst ein Klassiker der Musik-Dokumentation und sicher nicht nur für Punk-Fans ein Muß. Und natürlich den brandaktuellen „Lovesick“, dem von Underground- und Splatter-Experten bereits höchstes Lob zuteil wurde. Am 25.3. wird Wolfgang Büld persönlich anwesend und gleich beide Filme an einem Abend zu sehen sein. Büld gilt als sehr redseliger und unterhaltsamer Mensch. Er wird sicher viele Anekdoten und Infos zum Besten geben.

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Mi 30.03

21.15 Uhr


DVD-Cover
Zum Todestag von Lucio Fulci:

Don't Torture A Duckling
(engl. OF) (Orginaltitel: Non si sevizia un Paperino) I 1972, 102 Min., R.: Lucio Fulci, D.: Tomas Milian, Irene Papas, Florinda Bolkan

Am 13. März 1996 ist mit Lucio Fulci einer der kreativsten und beliebtesten italienischen Genre-Regisseure von uns gegangen. Grund genug für das kommkino, mit „Don`t torture a Duckling“ wieder einmal einen Klassiker aus dem reichhaltigen Fundus des Maestros zu zeigen, der noch dazu niemals in Deutschland veröffentlicht wurde. Bekanntlich einer der Lieblingsfilme von Dario Argento, sah auch Fulci selbst darin sein mit Abstand bestes und persönlichstes Werk! Grob kann der Streifen als eine Variante von Dürrenmatts „Es geschah am hellichten Tag“ beschrieben werden. Im Film wird von einer ländlichen italienischen Kleinstadt berichtet, in der eine Reihe von grausamen Knabenmorden geschehen. Gerade in diesem hinterwäldlerischen Kaff, wo sich Fuchs und Haase noch gute Nacht sagen, kostet der „gesunde“ Volkszorn schon bald das Leben Unschuldiger. Und während die Polizei mal wieder den falschen Spuren hinterher hechelt, findet schließlich ein mutiger Reporter die schockierende Wahrheit heraus.
Ja, ja, hier befand sich Fulci eindeutig in seiner politischen Phase. Denn ähnlich wie in Damiano Damianis genialem „Girolimoni – Das Ungeheuer von Rom“ wird auch hier die Engstirnigkeit und Verlogenheit des kleinen Mannes angeprangert, für den Religion und Moral wichtiger als Recht und Gesetz sind! Natürlich währe Fulci nicht Fulci, würde er auch diese Geschichte nicht mit einigen auch heute noch ziemlich üblen Gewaltszenen und Geschmacklosigkeiten würzen! Doch dank einer intelligenten Handlung und handwerklicher Perfektion fügt sich alles als homogenes Ganzes zusammen. Eine internationale Top-Besetzung und die eindringliche Musik von Oscarpreisträger Riz Ortolani („Mondo Cane“) machen aus diesem wirklich gnadenlos packenden Giallo schließlich ganz großes (Genre-) Kino! Unvergesslich: das unglaubliche Finale des Films, bei dem es Fulci auf grandiose Weise versteht, den Zuschauer mit einer einmaligen Mischung aus surrealem Splatter und Kitsch aufzuwühlen! Vergesst mal die ollen Zombie- und Gedärmeschinken, die der gute Mann in den 80er und 90er Jahren hauptsächlich des Geldes willen fabriziert hat und gebt lieber diesem hierzulande noch als Geheimtip geltenden Meisterwerk eine Chance! Natürlich werden wir auch im nächsten Jahr wieder einen Fulci-Streifen zeigen, schließlich gibt es noch viel zu entdecken aus dem knapp 50-jährigen Schaffen des Meisters. Vielleicht sehen wir uns also in einem Jahr bei „The Psychic“, „Lizard in a Woman´s Skin“, „Verdammt zu leben - verdammt zu sterben“ oder „Die Nackte und der Kardinal“ wieder.
P.S.: Wer sich über den seltsamen Titel wundern sollte: Mit Hilfe einer enthaupteten Donald Duck-Puppe wird schließlich die wahre Identität des Mörders aufgedeckt! Wohl aus rechtlichen Gründen hat man im internationalen Originaltitel einfach aus Donald Duck „Duckling“ gemacht!

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